Mein Eintritt ins Altersheim Bannau war nicht leicht, Ich musste mich von vielen Sachen und meiner alten Wohnung trennen. Dafür konnte ich ein Zimmer im Altersheim beziehen und mit einigen mir lieben Möbeln einrichten. Ums Einkaufen, Kochen, Putzen und Waschen muss ich mich nicht mehr kümmern, dafür lerne ich 28 neue Mitbewohner und 12 Personen des Personals kennen. Werde ich noch alle Namen lernen? Wie kommen die anderen mit meinen „Mödeli“ zurecht? Kann ich ihre Eigenheiten akzeptieren? Es wird erwartet, dass man pünktlich und sauber angezogen zu den Mahlzeiten im Speisesaal erscheint. Vorbei ist die Zeit, in der ich bis zum Mittag im Morgenrock vertrödelte und mir dann überlegte, was koche ich heute, lohnt es sich überhaupt für mich alleine zu kochen? Jetzt wird jeden Mittag ein vollständiges Menu serviert. Meistens geniesse ich das gut zubereitete Essen, aber ich darf auch sagen, dass ich keinen Spinat und keinen Ochsenmaulsalat mag. Manchmal getraue ich mich nicht meine Wünsche anzubringen. Meine Tischnachbarin, die schon länger hier ist ermuntert mich meine Meinung zu sagen. Sie fährt noch mit dem Velo ins Dorf und ist auch sonst noch recht aktiv. Im Heim gibt es verschiedene Angebote, z.B. Turnen, Werken und Vorlesen mit Singen. Ich wurde aufgefordert daran teilzunehmen, getraute mich aber am Anfang nicht so recht, schliesslich wollte ich mich nicht blamieren. Jetzt nach einigen Monaten bin ich schon mutiger, ich habe gemerkt, dass andere ihre Beine beim Turnen auch nicht mehr sehr hoch heben können und der Herr vom Zimmer nebenan hat auch Schwierigkeiten mit dem Hörgerät und versteht nicht alles sofort. Wir können ja nachfragen oder Hilfe anfordern vom Personal. Diese Hilfe anzunehmen ist nicht immer einfach z.B. beim Baden genierte ich mich zuerst schon. Jetzt geniesse ich das Bad und plaudere mit der Frau, die mir dabei behilflich ist, über alles mögliche. Wenn ich Besuch bekomme, was mich immer sehr freut, gehen wir in den Speisesaal, da steht jeden Nachmittag Tee und Kaffee bereit. Wir können uns selber bedienen. Ich kann auch Besuch einladen zum Mittagessen. Für meine Tochter, die aus Basel anreist, ist das sehr praktisch. Nach dem Nachtessen ziehen sich die meisten Mitbewohner in ihre Zimmer zurück zum Fernsehen. Eine Gruppe trifft sich in der Stube zu einem Spiel. Eine Betreuerin hat Nachtpikett und ist die ganze Nacht übers Telefon oder den Alarm erreichbar, das ist beruhigend. Ich brauche noch ihre Hilfe um die Stützstrümpfe auszuziehen. Jetzt da ich mich im Heimalltag eingelebt habe, finde ich, es war die richtige Entscheidung. Ich bin nicht mehr allein, erhalte Hilfe wenn ich sie benötige und kenne schon die meisten Mitbewohner. eingesandt